Der erste Tag ist da!

- Ablauf der Eingewöhnung nach Berliner Modell

Mit einer sowohl den Bedürfnissen deines Kindes als auch deinen eigenen Bedürfnissen als Elternteil angepassten Eingewöhnung wird der Grundstein für ein erfolgreiches Tagespflegeverhältnis gelegt. Ohne die dabei entstehende Bindung, ein Vertrauensverhältnis, geht es nicht und soll es auch nicht gehen, denn nur zusammen schaffen wir es, dass es allen Beteiligten gut geht und dies ist mein oberstes Ziel.

 

Die Eingewöhnung der Kinder erfolgt durch mich daher nach dem Berliner Modell. Sie kann zwischen einer und mehreren Wochen dauern, richtet sich nach dem Entwicklungsstand und den Bedürfnissen des einzugewöhnenden Kindes und wird mit dir als Elternteil immer zuvor abgesprochen.

 

Eile ist hier völlig fehl am Platz, daher bitte ich darum für die Eingewöhnung ausreichend Zeit einzuplanen.

Die nachfolgend genannten Zeiträume sind beispielhaft. Es kann schneller gehen, aber auch länger dauern. Ich richte mich hier ganz nach den Bedürfnissen deines Kindes und helfe gerne auch dir als Elternteil dabei diesen großen Schritt in den neuen Lebensabschnitt gut zu meistern.

 

Insbesondere bei sehr jungen Kindern sind die ersten Stufen zeitlich gesehen zum Teil deutlich zu verlängern, haben die Kinder allerdings erst einmal Vertrauen gefasst gehen die nächsten Schritte meist sehr viel schneller als bei schon etwas älteren Kindern. Bei ihnen ist es oft genau umgekehrt.

1. Stufe (z.B. 1. Tag)

Der erste offizielle Tag der Eingewöhnung beginnt frühestens nach dem ersten Kennenlernen und dem Eingewöhnungsgespräch, wir kennen uns also schon etwas. Es wird zu einer Zeit begonnen, zu der die anderen anwesenden Kinder im Allgemeinen schon versorgt sind und sich frei beschäftigen. Der Start ist daher in der Regel um 9:30 Uhr. Sollte dies nicht möglich sein kann ein erster Besuch auch in den Abendstunden erfolgen. Bitte bringt bereits am ersten Tag die wichtigsten Dinge der ‘Grundausstattung’ mit! An diesem Tag dürfen gerne Mama UND Papa, aber auch die Großeltern mitkommen. Ihr könnt euch alle zusammen in Ruhe die Tagespflege ansehen und alles zusammen mit eurem Kind ausprobieren. Wurde sich ein erster Eindruck verschafft und der eigene, feste Platz des Kindes (Garderobe, Schlafplatz, usw.) gefunden kann gespielt werden. Nach rund einer Stunde erfolgt die Verabschiedung.

2. Stufe (z.B. ab 2. Tag)

ankommen (Ab jetzt bringt bitte immer die selbe Person!) -> spielen (ca. 1h) -> Verabschiedung

 

Die Begleitperson spielt mit überlässt die Führung jedoch soweit es geht dem Kind und mir.

3. Stufe (z.B. ab 3. Tag)

ankommen -> spielen -> 1. Trennungsversuch -> spielen -> Verabschiedung

 

Wenn das Kind sich an den Vortagen bereits gut von der Begleitperson gelöst und frei gespielt hat kann diese sich zwischendurch vom Kind kurz und deutlich verabschieden und für 5-10 Minuten den Raum/Wohnung verlassen. z.B. “Mama muss mal auf die Toilette. Sabine passt solange auf dich auf.”, “Opa hat etwas im Auto vergessen und kommt gleich wieder. Sabine passt auf dich auf.”. Das Kind spielt im Optimalfall weiter und die Begleitperson meldet sich nach ihrer Rückkehr zurück. Sollten Tränchen kullern wird von mir getröstet. Die Begleitperson wird bei der Rückkehr gemeinsam begrüßt, danach wird zusammen weiter gespielt und sobald sich alles wieder beruhigt hat der Tag beendet.

4. Stufe (z.B. ab 4. Tag)

ankommen -> spielen -> essen -> spielen -> längere Trennung -> spielen -> Verabschiedung

 

Das Kind bewegt sich nun schon etwas länger, zwar immernoch mit dem begleitenden Erwachsenen in der Nähe aber ohne von diesem bespielt zu werden, in den Räumen der Tagespflege und lässt im Idealfall bereits einfache Pflegemaßnahmen durch mich zu. Nun wird eine erste gemeinsame Mahlzeit eingenommen, die Begleitperson hält sich weiter im Hintergrund. Sollte die Trennung an den Vortagen gut geklappt haben kann die Begleitung die Räumlichkeiten zudem zwischendurch etwas länger verlassen (ca. 30-60 Minuten).

5. Stufe (z.B. ab Tag 5 oder Tag 7)

ankommen -> Begleitperson verabschieden -> spielen -> Mittagessen -> Kind wird abgeholt

 

Dauer insg. ~2-3 Stunden.

6. Stufe (z.B. ab Tag 7 und Tag 8)

ankommen zur künftigen Bringzeit -> Eltern verabschieden sich -> das Kind wird nach dem Mittagessen jedoch vor dem Schlafen abholt

7. Stufe (z.B. ab Tag 9 und Tag 10)

ankommen -> Eltern verabschieden sich -> das Kind wird nach dem Schlafen abgeholt (Eltern sind immernoch auf Abruf in der Nähe)

Klappt auch dies dann:

 Herzlichen Glückwunsch, dein Kind ist angekommen!


Tipps zur Erleichterung der Eingewöhnung:

Bitte achte darauf, dass dein Kind in den ersten Tagen immer von der gleichen Person gebracht wird. So entsteht schneller eine gewisse Routine während der Verabschiedung und eventuelle Tränchen versiegen schneller. Wird die Trennung von dieser ersten Person gut gemeistert sollte jedoch auch der zweite Elternteil das Kind abgeben kommen, damit das Kind lernt, dass die Trennung bei beiden Elternteilen nicht schlimm ist und es bei beiden auch wieder abgeholt wird. Gleiches gilt ebenso, wenn andere Personen das Kind regelmäßig bringen oder abholen sollen.

Abgeholt werden kann dein Kind jederzeit auch von unterschiedlichen oder mehreren Personen, nur bitte gerade in der Anfangszeit immer alleine bringen, damit dein Kind die Trennung möglichst unkompliziert bewältigen kann.

 

Sollte dein Kind dennoch arge Probleme bei der Trennung haben hilft es oft, wenn z.B. erst einmal nicht mehr die Mama das Kind in die Tagespflege bringt, sondern z.B. der Papa, die Oma, oder der Opa.

Gerade wenn z.B. die Mama bisher in Elternzeit war und sich so ununterbrochen um das Kind kümmern konnte, der Papa aber vielleicht währenddessen gearbeitet hat, so ist das Kind dennoch bereits daran gewöhnt, dass der Papa zwar immer mal wieder geht, aber eben auch immer wieder zurückkommt.

Der Abschied vom Papa würde dem Kind in diesem Beispiel daher einfacher fallen als der Abschied von der Mama. Das heißt nicht dass der Papa in diesem Beispiel vom Kind weniger geliebt wird. Es ist dem Kind nur bereits bekannt, dass der Papa nicht immer da ist und dennoch weis es schon, dass der Papa zurück kommt.

Auf diese Art wird dem Kind die Eingewöhnung etwas erleichtert, denn so muss es nur eine neue Situation meistern und nicht gleich zwei oder drei auf einmal. Ist das Kind gut in der Tagespflege angekommen kann natürlich auch wieder die Mama das Kind in die Tagespflege bringen.

 

Manchmal kann es vorkommen das gewisse Ereignisse im Leben des Kindes die Eingewöhnung verzögern oder um einen oder gar mehrere Schritte zurückwerfen. Ich achte daher immer genau darauf wie sich die Kinder während des Tages verhalten. Wird deutlich das es einem Kind nicht gut geht, indem es z.B. plötzlich wieder stark klammert, versuche ich zunächst herauszufinden was dem Kind fehlen könnte und reagiere im Anschluss entsprechend. Dies kann z.B. bedeuten in der Eingewöhnung wieder ein paar Schritte zurück zu gehen, oder auch einfach nur eine gewisse Phase zu verlängern, bis sich das Kind wieder an die aktuelle Situation gewöhnt hat und erneut bereit für den nächsten Schritt ist. Bitte daher unbedingt ausreichend Zeit einplanen, damit Termindruck und ähnliches nicht die dringend benötigte Ruhe gefährden und um dem Kind die nötige Sicherheit vermitteln zu können. Es sollte mindestens ein Zeitraum von 2 Wochen eingeplant werden. Besser wären, insbesondere bei Kindern welche sich gerade in einem Entwicklungsschub befinden, 4 Wochen in denen flexibel agiert und das Kind notfalls auch sehr spontan, sowie bei Bedarf umgehend, abgeholt werden kann.